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Baumängel-Statistik: Wie viele Mängel hat ein Neubau?

Kennzahlen aus der aktuellen Studie zur Bauqualität beim Neubau von Ein- und Zweifamilienhäusern, aufbereitet für Bauherren und Journalisten.

Kurz & direkt:

In der Studie des Instituts für Bauforschung für den Bauherren-Schutzbund (Mai 2025) wurden bei 100 Neubauten von Ein- und Zweifamilienhäusern 3.067 Mängel dokumentiert, im Schnitt über 30 je Haus. Am häufigsten betroffen ist mit rund 22 Prozent der Innenausbau (Putz, Estrich, Innenausbau). Bei der Schlussabnahme kamen durchschnittlich rund 12 neue Mängel hinzu.

Die wichtigsten Zahlen

Dokumentierte Mängel insgesamt
3.067
bei 100 Bauvorhaben, durchschnittlich über 30 je Vorhaben
Davon im Bauablauf festgestellt
2.731
336 weitere Mängel stammen aus der Prüfung von Angebot, Vertrag und Baubeschreibung
Massivhäuser (69 Vorhaben)
2.219
durchschnittlich 32 Mängel je Vorhaben
Fertighäuser (31 Vorhaben)
848
durchschnittlich 28 Mängel je Vorhaben
Neu festgestellte Mängel bei der Schlussabnahme
640
bei 52 begleiteten Abnahmen, durchschnittlich rund 12 je Abnahme
Baustellenbegehungen je Vorhaben
rund 7
zwischen 3 und 12

Mängel nach Gewerk

Anteil an allen festgestellten Mängeln über den gesamten Bauablauf (Studie, Abschnitt 3.1, jeweils rund).

Anteil der Mängel nach Bereich oder Gewerk in Prozent
Bereich / GewerkAnteilBalken
Innenputz / Estrich / Innenausbau 22 %
Wärmedämmung / Schallschutz / Brandschutz 14 %
Rohbau / Statik / Dachkonstruktion 13 %
Gebäudeabdichtung / Perimeterdämmung 12 %
Fenster / Türen 10 %
Technische Anlagen 10 %

Entwicklung im Zeitverlauf

Durchschnittliche Mängelzahl je Bauvorhaben nach Studienjahr
StudieMängel je Vorhabenohne Schlussabnahmeje Schlussabnahme
2015ca. 23ca. 20ca. 10
2019ca. 23ca. 20ca. 9
2024ca. 31ca. 25ca. 12

Die Studie weist darauf hin, dass Vergleiche eingeschränkt sind: Anforderungen, Dokumentationsmethoden und die Digitalisierung der Mangelaufnahme haben sich geändert; 2024 wurden zudem alle Mängel der Schlussabnahme einbezogen.

Was bei der Abnahme auffällt

Mangelschwerpunkte bei der Schlussabnahme in Prozent
BereichAnteil
Innenputz / Estrich / Innenausbau (2019: 37 %, davor 27 %)rund 36 %
Fenster / Türen und Pläne / Berechnungen / Konzepte (zusammen)rund 30 %
Technische Anlagen und Fassade / Dach (zusammen)rund 18 %
  • Pläne, Berechnungen und Konzepte machen bei der Abnahme rund 13 Prozent der festgestellten Mängel aus, mehr als doppelt so viel wie 2019.
  • In den drei häufigsten Bereichen waren rund 24 Prozent der Mängel schwerwiegend (2019: 23 Prozent, 2015: 16 Prozent, 2011: rund 10 Prozent).
  • Bei den technischen Anlagen lag der Anteil schwerwiegender Mängel bei rund 34 Prozent.
  • Die Studie ordnet viele Abnahmemängel dem fehlenden „Finish“ zu: Verschmutzungen, kleine Beschädigungen, handwerkliche Ungenauigkeiten. Schwerwiegende Mängel, die eine Abnahmeverweigerung rechtfertigen würden, wurden nur vereinzelt festgestellt.

Was das für Ihre Abnahme heißt: Nutzen Sie die Abnahme-Checkliste und die Raum-Checklisten, halten Sie Mängel im Abnahmeprotokoll fest und erklären Sie Vorbehalte (so geht es).

Häufige Fragen

Wie viele Mängel hat ein Neubau durchschnittlich?

Nach der IFB/BSB-Studie 2025 wurden je begleitetem Neubau im Durchschnitt über 30 Mängel dokumentiert; ohne die Mängel der Schlussabnahme sind es rund 25.

Welche Gewerke sind am häufigsten betroffen?

Innenputz, Estrich und Innenausbau mit rund 22 Prozent aller festgestellten Mängel, gefolgt von Wärmedämmung, Schall- und Brandschutz (rund 14 Prozent) und Rohbau, Statik, Dachkonstruktion (rund 13 Prozent).

Wie aussagekräftig sind die Zahlen?

Die Daten stammen aus Protokollen von Bauherrenberatern des BSB bei 100 Neubauten; die Bauherren hatten freiwillig eine Baubegleitung beauftragt. Sie sind nicht repräsentativ für alle Neubauten, zeigen aber Schwerpunkte. Die Studie zählt auch hinzunehmende Unregelmäßigkeiten.

Daten herunterladen

Alle Werte dieser Seite als CSV-Datei (UTF-8, Komma-getrennt). Bitte mit Quellenangabe zitieren: die Zahlen stammen aus der unten genannten Studie.

Quelle und Methode

Institut für Bauforschung e. V. (IFB) im Auftrag des Bauherren-Schutzbundes e. V. (BSB): Bauqualität beim Neubau von Ein- und Zweifamilienhäusern (Analyse baubegleitender Qualitätskontrollen unabhängiger Bauherrenberater des BSB), Mai 2025. Grundlage: 100 Neubauvorhaben (Ein- und Zweifamilienhäuser), errichtet 2020 bis 2024, begleitet von 33 Bauherrenberatern. Alle Zahlen stammen aus dieser Studie; „rund“ und „ca.“ übernehmen die Angaben der Studie. Die Daten stammen aus Berichten von Bauherrenberatern und sind nicht repräsentativ für alle Neubauten.